Neujahrsempfang Laupheim - Digitalisierung und Künstliche Intelligenz

Diese beiden Themen standen im Mittelpunkt des gemeinsamen Neujahrsempfangs der Stadt Laupheim und des Hubschraubergeschwaders 64 der Bundeswehr am 12. Februar.
Andreas Buchenscheit, Gründer des Sozialen Netzwerkes „Team-Ulm.de“, Inhaber der Firma Cortex Media und Vorstandsmitglied der initiative.ulm.digital zeigte anhand beeindruckender Beispiele, was bereits heute mit KI möglich ist. Zum Beispiel bei Textgenerierung, Bildgenerierung und Bilderkennung, Diagnose von Krankheiten, oder Drohnen, die über Obstbaumplantagen fliegen und nur die reifen Früchte ernten. „Die KI wird unsere Welt nachhaltig verändern. Und wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung, die mit unglaublicher Geschwindigkeit voranschreitet.“ Als bedenklich bezeichnete er es, dass China und die USA ganz weit vorne sind und Europa momentan abgehängt ist. „Wir haben kein einziges Produkt in dieser Richtung, das ansatzweise konkurrieren kann.“
Anschließend fand eine von der VHS-Leiterin Sabine Zolper moderierte Gesprächsrunde mit der ehemaligen Vizepräsidentin der Cybersicherheitsagentur des Landes Baden-Württemberg, Dr. Claudia Warken, und dem Leiter des Digitalisierungszentrums Ulm/Alb-Donau/Biberach/Neu-Ulm, Alexander Nikolaus, statt.
Nikolaus stellte die Aufgaben des Digitalisierungszentrums kurz vor und berichtete dann von konkreten Beispielen in der Region, wo Digitalisierungsprojekte bereits umgesetzt wurden.
Dr. Warken mahnte den vertrauensvollen Umgang mit KI-generierten Informationen an. „Das heißt, wir dürfen nicht blind folgen, was uns die KI vorgibt, denn KI entbindet uns nicht davon, selbst zu denken. Wir müssen Plausibilitätschecks machen, Quellen überprüfen und z.B. auch Zweitmeinungen einholen.“ Denn klar sei, dass auch Kriminelle KI verwenden, z.B. um Cyberangriffe durchzuführen oder um mit gezielten Falschinformationen massiv zu täuschen.
Für großes Erstaunen und auch Heiterkeit im Publikum sorgte das vom Leiter der Musikschule, Tim Beck, und Benny Fetscher von BA-Audiolabs präsentierte Musikstück, das erst im Verlauf des Abends entstanden ist. Aus einzelnen Begriffen, die zuvor im Publikum gesammelt wurden, haben sie mit Hilfe von KI einen mehrstrophigen Laupheim-Song komponiert, der dann mit der ebenfalls künstlich erzeugten Stimme von OB Ingo Bergmann gesungen wurde.
In seiner Begrüßungsansprache zu Beginn des Abends hatte OB Ingo Bergmann auf den früher üblichen Rückblick auf das Stadtgeschehen im vorherigen Jahr verzichtet. Stattdessen beschrieb er die aktuelle Weltlage und appellierte, das neue Jahr mit Mut zu gestalten. „Es ist zu erwarten, dass dieses Jahr 2025 kein gewöhnliches Jahr werden wird. Die Bundestagswahl, der Ukraine-Krieg, das Ringen um die Befreiung der Geiseln im Gazastreifen, die unzähligen Toten im Nahen Osten, immer neue Exekutivanordnungen des US-Präsidenten, um nur ein paar Themen zu nennen, machen es schwer, sich schnell an dieses neue Jahr zu gewöhnen.“ Daher brauche es gerade in einer Zeit, die von Veränderungen und Unsicherheiten geprägt ist, Mut, um neue Wege zu gehen. Und Mut brauche Vertrauen als Fundament. „Lassen Sie uns dieses Vertrauen stärken, indem wir zusammenstehen, indem wir uns gegenseitig ermutigen und indem wir uns nicht von Angst leiten lassen.“
Zum Abschluss des offiziellen Teils des Neujahrsempfangs verwies Oberst Nicolas Bulitz, Kommodore des HSG 64, auf die freiheitlich-demokratischen Grundlagen unserer Gesellschaft, die es zu sichern gelte. „Ein gegenwärtiger Blick in andere, nicht allzu weit von uns entfernte Länder reicht, um sagen zu können, das Leben in unserer Demokratie ist wertvoll, ein sehr hohes Gut und alles andere als selbstverständlich. Lassen Sie uns die kommenden Herausforderungen annehmen und uns für die Freiheit einsetzen, die wir alle verdienen.“ Die Bundeswehr und speziell auch das HSG 64 würden hierzu weiterhin einen wertvollen Beitrag leisten. ge
Fotos: Herbert Geiger