Ulmer Bildungsmesse

Erneut ein großer Erfolg

Kurz vor der vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar hat auf dem Ulmer Messegelände die 12. Ulmer Bildungsmesse stattgefunden. Mehr als 40.000 Interessierte haben die größte Ausbildungsmesse in Süddeutschland besucht und sich über Ausbildung, Studium und Weiterbildung informiert. Alle zwei Jahre veranstaltet die Stadt Ulm in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Ulm (IHK) die Bildungsmesse.

260 Aussteller präsentierten in sieben Hallen rund 1.500 Bildungsangebote. Das Spektrum reichte von klassischen Ausbildungsberufen wie Kfz-Mechatroniker über weiterführende Schulabschlüsse und duale Studiengänge bis hin zu akademischen Studienmöglichkeiten und beruflichen Weiterbildungen.

Die Messe bot einen umfassenden Überblick über berufliche Möglichkeiten in verschiedenen Branchen wie Handwerk, Handel, IT, Pflege, Gesundheit, Medien und vielen mehr. Dabei standen vor allem persönliche Begegnungen im Mittelpunkt. Besucher konnten die Aussteller in den sieben Messehallen persönlich kennenlernen, Fragen stellen und Kontakte knüpfen.

Für die lokale und regionale Wirtschaft hat die Messe eine besondere Bedeutung, indem sie Unternehmen und Bildungseinrichtungen mit potenziellen Fachkräften und Studierenden vernetzt. Als wesentlicher Teil der regionalen Bildungslandschaft unterstützt sie die berufliche Orientierung und stärkt gleichzeitig die lokale Wirtschaft durch die Förderung der Integration in Bildung und Arbeitsmarkt.

Ob Ausbildung, Studium oder Weiterbildung, die Ulmer Bildungsmesse ermöglichte Einblicke in Bildungsangebote und brachte Unternehmen, Institutionen und junge Menschen zusammen. „Check den Markt“ war ein neues Angebot in diesem Jahr. Unter dem Motto „Du willst zu uns, weil…“ stellten sich Unternehmen in kurzen Bilderpräsentationen vor. Außerdem gab es Berufs-Kurzpräsentationen und Vorträge zu Themen wie Bewerbung oder Auslandspraktika. Eine sehr gute Idee, wie sich auf der dreitägigen Messe herausstellte.

Schon bei der Eröffnung betonte der Präsident der IHK Ulm, Dr. Jan Stefan Roell, die Bedeutung der Bildungsmesse für die Region. Deshalb engagiere sich die Kammer auch sehr für diese Veranstaltung auf dem Ulmer Messegelände. Roell forderte in seiner Rede zudem, dass sich das Leistungsprinzip an Schulen und Ausbildungseinrichtungen wieder mehr etablieren müsste. Gleichschaltung trage nicht dazu bei, dass sich Menschen am Arbeitsmarkt behaupten und durchsetzen können. Junge Menschen müssten wieder lernen, dass es Sieger und Verlierer gebe. Beide Gruppen müssten unterschiedlich gefördert, gefordert und unterstützt werden, so Roell. Er bedauere, dass Baden-Württemberg in den jüngsten Bildungsstudien ins hintere Mittelfeld der Bundesländer zurückgefallen sei. Dasselbe gelte im Übrigen auch für Deutschland im weltweiten Vergleich. Vor allem bei der Mathematik sei dies besonders auffällig. Gleichzeitig forderte Roell mehr Vertrauen in die Jugend und weniger Kontrolle.

Baden-Württembergs Landtagspräsidentin Muhterem Aras bezeichnete die Ulmer Bildungsmesse als ein Erfolgsmodell. Die sehr hohe Besucherzahl in der Vergangenheit spreche da eine eindeutige Sprache. Die jungen Menschen suchten nach beruflicher Orientierung, gerade in diesen auch wirtschaftlich schwierigen Zeiten. „Die Schule ist nur der Anfang. Erst mit Ausbildung oder Studium beginnt das echte Berufsleben.“ Aus der Bildung entwickle sich der Mensch. Sie selbst sei dafür quasi ein Paradebeispiel. Mit zwölf Jahren sei sie aus Ost-Anatolien nach Deutschland genommen, ohne ein Wort Deutsch zu können, „Ich habe es meiner großartigen Lehrerin in der fünften Klasse zu verdanken, dass ich mich so entwickeln konnte.“ Große Herausforderungen stünden vor der Jugend durch die digitale Transformation. Der verantwortungsvolle Umgang mit KI müsse gelernt werden. Zudem betonte Aras, dass eine fundierte Ausbildung die beste Chance für eine gute Zukunft sei.

Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher ging in seiner kurzen Ansprache darauf ein, dass die Bildungsmesse ein wichtiger Teil der Ulmer Bildungsoffensive sei. Man erhalte hier Informationen und Impulse über einen professionellen Umgang mit der Digitalisierung und Fachkräfte der Zukunft könnten hier generiert werden. Die Bildungsmesse sei somit ein Ort der Chancen und Möglichkeiten, ein berufliches Ziel zu haben, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und unabhängig zu werden.

Die Organisatoren der Bildungsmesse zogen nach den drei Messetagen ein durchweg positives Fazit. „Das große Besucherinteresse und das Feedback der Aussteller bestätigen uns darin, dass die Bildungsmesse eine unverzichtbare Veranstaltung für die Region ist“, resümiert Sandra Rau-Radtke, Projektleiterin der Ulmer Bildungsmesse. „Unser Ziel ist es, auch 2027 wieder eine Leuchtturm-Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die für Jugendliche ein echter Perspektivenbringer ist.“ mm

Fotos: Michael Mader, Hermann Genth, IHK Ulm / Samuel Hübner